DIN EN 50699 – Die neue Prüfnorm für Wiederholungsprüfungen
Lesezeit: ca. 5 Minuten · Letzte Aktualisierung: März 2026
Was ist DIN EN 50699?
DIN EN 50699 ist die europäische Norm für die Wiederholungsprüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel. Sie löst die bisherigen deutschen Normen VDE 0701 (Instandsetzung) und VDE 0702 (Wiederholungsprüfung) ab, die seit 2021 zurückgezogen wurden.
Die Norm gilt für alle Wiederholungsprüfungen nach DGUV Vorschrift 3 und legt fest, wie diese Prüfungen durchzuführen und zu dokumentieren sind.
Was ändert sich gegenüber VDE 0701-0702?
Die wesentlichen Unterschiede:
- Risikobasierter Ansatz: Prüfumfang richtet sich nach dem Risiko der Einsatzumgebung — nicht mehr nur nach festen Tabellen.
- Neue Messanforderungen: Detailliertere Vorgaben für Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand und Schutzleiterstrom.
- Dokumentation: Erweiterte Mindestanforderungen an das Prüfprotokoll (z. B. konkrete Messwerte statt nur “bestanden/nicht bestanden”).
- Europäische Harmonisierung: Die Norm gilt in allen EU-Ländern — wichtig für Betriebe mit internationalen Standorten.
Was sind die Pflichtprüfungen nach DIN EN 50699?
Jede Wiederholungsprüfung umfasst mindestens:
- Sichtprüfung (Gehäuse, Kabel, Stecker, Kennzeichnung)
- Schutzleiterwiderstandsmessung
- Isolationswiderstandsmessung
- Schutzleiterstrom- oder Ableitstrommessung (je nach Geräteklasse)
- Funktionsprüfung
Was bedeutet das praktisch für meinen Betrieb?
Die Kernpflichten bleiben gleich: regelmäßige Wiederholungsprüfungen, Dokumentation, befähigte Person. Prüfer müssen jedoch die neuen Grenzwerte und Messverfahren nach DIN EN 50699 kennen.
Wenn Sie einen externen Prüfdienstleister beauftragen, stellen Sie sicher, dass er nach DIN EN 50699 (nicht mehr nach VDE 0701-0702) prüft. Die Protokollvorlage in ElektroPrüfManager ist bereits auf DIN EN 50699 angepasst.
DIN EN 50699 und DIN EN 50678 — was ist der Unterschied?
DIN EN 50699 regelt die Wiederholungsprüfung (regelmäßige Prüfungen in Betrieb), DIN EN 50678 regelt die Sichtprüfung und den Schutzleitertest nach Instandsetzung. Beide Normen ergänzen sich und ersetzen zusammen VDE 0701-0702.
DIN EN 50699 im digitalen Prüfprotokoll abbilden
Die Norm selbst lässt bewusst Spielraum, wie Prüfschritte und Messergebnisse dokumentiert werden. Ein gutes digitales Prüfprotokoll übersetzt die Anforderungen in feste Felder, die der Prüfer ausfüllt — und in Platzhalter für die erfassten Messwerte.
Prüf- und Messschritte als Protokollfelder
- Sichtprüfung mit Freitextfeld für Auffälligkeiten
- Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand, Ableitstrom
- Funktionsprüfung mit Bemerkungsfeld
- Gesamtbewertung sicher / nicht sicher
Dokumentationsbeispiel
Beispielhafter Aufbau eines Protokolls (ohne erfundene Messwerte): pro Gerät werden Identifikation, Datum, Prüfer, die einzelnen Prüfschritte mit Ergebnisfeldern und die Gesamtbewertung dokumentiert. Die genauen Messwerte trägt der Prüfer pro Gerät ein — die Software liefert die Struktur, nicht die Zahlen.
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