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DIN EN 50699: Was die neue Prüfnorm für Betriebe bedeutet

DIN EN 50699 löst VDE 0701-0702 ab. Was ändert sich konkret? Welche Auswirkungen hat die neue Norm auf Prüfungen nach DGUV V3?

Warum gibt es DIN EN 50699?

Die bisherigen deutschen Normen VDE 0701 (Instandsetzung) und VDE 0702 (Wiederholungsprüfung) wurden 2021 zurückgezogen. An ihre Stelle traten die europäischen Normen DIN EN 50678 und DIN EN 50699 — mit dem Ziel, Prüfstandards in Europa zu harmonisieren.

Was ändert sich durch DIN EN 50699?

Risikobasierter Ansatz

Der wichtigste Unterschied: DIN EN 50699 verlangt keinen starren Prüfumfang mehr, sondern einen risikobasierten Ansatz. Der Prüfumfang richtet sich nach dem tatsächlichen Risiko des Einsatzbereichs — mehr Risiko bedeutet gründlichere Prüfung.

Erweiterte Messwertanforderungen

DIN EN 50699 schreibt vor, dass konkrete Messwerte dokumentiert werden müssen — nicht nur "bestanden" oder "nicht bestanden". Das erhöht die Beweiskraft der Prüfdokumentation.

Europäische Gültigkeit

Die Norm gilt in allen EU-Ländern. Für Betriebe mit internationalen Standorten oder Lieferketten ist das ein Vorteil: einheitliche Standards.

Was bleibt gleich?

  • Prüfintervalle nach DGUV V3 gelten unverändert
  • Anforderungen an befähigte Personen nach TRBS 1203 bleiben
  • Dokumentationspflicht nach BetrSichV § 14 bleibt

Was müssen Betriebe jetzt tun?

  • Prüfer informieren: Stellen Sie sicher, dass Ihre Elektrofachkräfte oder externen Prüfer nach DIN EN 50699 prüfen (nicht mehr nach VDE 0702).
  • Protokollvorlagen aktualisieren: Das Protokoll muss Messwerte enthalten.
  • Software prüfen: Unterstützt Ihre Software die neuen Protokollanforderungen?

Fazit

DIN EN 50699 ändert die Prüfmethodik, nicht die Grundpflichten. Für Betriebe, die bereits ordentlich dokumentieren, ist die Umstellung überschaubar. Entscheidend ist, dass Prüfer die neue Norm kennen und anwenden.