DGUV-V3-Prüfung: Kosten und Kostentreiber
Lesezeit: ca. 6 Minuten · Letzte Aktualisierung: September 2026
Wer nach den Kosten der DGUV-V3-Prüfung fragt, bekommt selten eine feste Zahl. Das liegt nicht an mangelnder Transparenz der Prüfdienstleister, sondern daran, dass sich der Aufwand aus wenigen, gut benennbaren Faktoren zusammensetzt. Dieser Ratgeber zeigt, welche das sind, wie Angebote üblicherweise aufgebaut sind und wo im Betrieb Kosten entstehen, die in keinem Angebot stehen.
Prüfkosten und Softwarekosten: zwei verschiedene Posten
Die Prüfung selbst — Besichtigen, Messen, Erproben und Bewerten jedes Betriebsmittels — erledigt eine zur Prüfung befähigte Person, entweder aus dem eigenen Betrieb oder von einem externen Prüfdienstleister. Das sind die Prüfkosten. Davon zu trennen ist die Verwaltung: Geräteliste, Prüffristen, Prüfprotokolle und Nachweise. Diese Arbeit fällt beim Arbeitgeber an, egal wer prüft. Eine Software wie ElektroPrüfManager ersetzt die Prüfung nicht, sondern die Verwaltung drumherum. Was die Software kostet, steht transparent auf der Preisseite; hier geht es um die Prüfung selbst.
Wovon die Kosten der DGUV-V3-Prüfung abhängen
- Anzahl und Art der Geräte: Jedes Betriebsmittel wird einzeln geprüft und erfasst. Ein Büro mit vielen gleichartigen Geräten lässt sich zügiger prüfen als eine Werkstatt mit Maschinen, Verlängerungen, Leitungsrollern und Spezialgeräten, die jeweils andere Prüfschritte brauchen.
- Prüfintervall: Die Fristen der wiederkehrenden Prüfung legt der Arbeitgeber nach § 3 Abs. 6 BetrSichV auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung fest — so, dass die Arbeitsmittel bis zur nächsten Prüfung sicher verwendet werden können. Geräte unter rauen Bedingungen, etwa auf Baustellen, werden in der Regel häufiger geprüft als Bürogeräte. Kürzere Fristen bedeuten mehr Prüftermine im Jahr und damit höhere laufende Kosten. Wie Sie die Fristen ermitteln, zeigt der Prüffristen-Rechner.
- Ortsveränderlich oder ortsfest: Ortsveränderliche Geräte werden Stück für Stück geprüft, der Aufwand wächst mit der Gerätezahl. Bei ortsfesten Anlagen bestimmen eher Größe und Zugänglichkeit der Anlage den Aufwand als die Zahl einzelner Geräte.
- Vorbereitung im Betrieb: Liegt eine aktuelle Geräteliste vor und sind die Geräte zugänglich, arbeitet der Prüfer durch. Muss er Geräte erst suchen, erfassen oder nachträglich kennzeichnen, wird die Prüfung länger.
Externer Prüfdienstleister oder eigene befähigte Person
Die TRBS 1203 erlaubt ausdrücklich, externe Personen oder Unternehmen mit der Prüfung zu beauftragen. Die Verantwortung für die ausreichende Qualifikation der zur Prüfung befähigten Person bleibt dabei beim Arbeitgeber (TRBS 1203, Abschnitt 2.1).
Externer Prüfdienstleister: Sie zahlen nur für die Prüfung selbst. Prüfgerät und Fortbildung trägt der Dienstleister; ob seine Prüfer ausreichend qualifiziert sind, klären Sie trotzdem vor der Beauftragung. Dafür kommen je Termin Anfahrt und Abstimmung hinzu, und der Termin richtet sich nach seiner Verfügbarkeit.
Eigene befähigte Person: Für Arbeitsmittel mit elektrischen Komponenten verlangt die TRBS 1203 (Abschnitt 3.1) eine elektrotechnische Berufsausbildung oder eine vergleichbare Qualifikation, mindestens einjährige praktische Erfahrung mit Errichtung, Zusammenbau oder Instandhaltung solcher Arbeitsmittel, zeitnahe berufliche Tätigkeit und die laufende Aktualisierung der Kenntnisse. Dazu kommen ein geeignetes Prüfgerät und die Arbeitszeit für Prüfung und Dokumentation. Diese festen Kosten lohnen sich eher, je größer der Gerätebestand ist und je häufiger geprüft wird.
Welche Qualifikation im Einzelnen gefordert ist, erklärt der Artikel zur TRBS 1203.
Abrechnungsmodelle: pro Gerät, nach Stunde oder pauschal
- Pro Gerät: Der Preis steigt mit jedem geprüften Betriebsmittel. Das ist gut planbar, wenn die Gerätezahl bekannt ist. Achten Sie darauf, ob Kennzeichnung, Protokoll und Nachprüfung im Preis enthalten sind.
- Nach Zeitaufwand: Abgerechnet wird die Arbeitszeit vor Ort. Hier zahlt sich eine gute Vorbereitung unmittelbar aus, und jede Suchzeit landet direkt auf der Rechnung.
- Pauschale: Ein Festpreis für einen Standort oder einen definierten Bestand. Das schafft Planungssicherheit, setzt aber eine genaue Beschreibung des Leistungsumfangs voraus.
Für einen fairen Vergleich sollten alle Angebote auf derselben Geräteliste beruhen und dieselben Posten ausweisen: Anfahrt, Kennzeichnung, Prüfprotokolle, Form der Datenübergabe und Nachprüfung beanstandeter Geräte.
Versteckte Kosten: was in keinem Angebot steht
- Ausfallzeiten: Während der Prüfung stehen Geräte und manchmal ganze Arbeitsplätze still. Eine Prüfung außerhalb der Kernarbeitszeit oder in Abschnitten verringert das.
- Nachprüfung defekter Geräte: Ein Gerät, das bei der Prüfung durchfällt, wird repariert oder ersetzt. Nach DGUV Vorschrift 3 ist ein instand gesetztes Gerät vor der erneuten Verwendung wieder zu prüfen — ein zusätzlicher Termin.
- Dokumentationsaufwand: Das Prüfergebnis muss aufgezeichnet und mindestens bis zur nächsten Prüfung aufbewahrt werden. Die Aufzeichnung gibt mindestens Auskunft über Art der Prüfung, Prüfumfang, Ergebnis sowie Name und Unterschrift der zur Prüfung befähigten Person, bei rein elektronischen Dokumenten deren elektronische Signatur (§ 14 Abs. 7 BetrSichV). Protokolle einsammeln, ablegen, Fristen nachhalten und bei Nachfrage vorlegen kostet Arbeitszeit — jedes Jahr wieder.
Dokumentationsaufwand senken
An den Prüfkosten ändert die Art der Dokumentation wenig, am Verwaltungsaufwand viel. Für kleine Bestände reicht oft eine saubere Tabelle — unsere kostenlose Excel-Vorlage unten enthält die üblichen Spalten eines Prüfprotokolls. Wächst der Bestand oder kommen mehrere Standorte hinzu, lohnt ein digitales DGUV-V3-Prüfprotokoll: Geräte, Fristen und Protokolle liegen an einem Ort, und fällige Prüfungen werden sichtbar, bevor sie überfällig sind.
Häufige Fragen zu den Kosten der DGUV-V3-Prüfung
Was kostet die DGUV-V3-Prüfung pro Gerät?
Einen allgemeingültigen Preis pro Gerät gibt es nicht. Entscheidend sind Anzahl und Art der Geräte, wie gut der Bestand erfasst und zugänglich ist, das Abrechnungsmodell des Prüfdienstleisters sowie Anfahrt und Nachprüfungen. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn sie auf derselben Geräteliste und demselben Leistungsumfang beruhen.
Wer trägt die Kosten der DGUV-V3-Prüfung?
Der Arbeitgeber. Nach § 14 BetrSichV hat er seine Arbeitsmittel von einer zur Prüfung befähigten Person prüfen zu lassen. Kosten für Maßnahmen nach dem Arbeitsschutzgesetz darf er nach § 3 Abs. 3 ArbSchG nicht den Beschäftigten auferlegen.
Mehr zu § 14 BetrSichVIst eine eigene befähigte Person günstiger als ein Prüfdienstleister?
Das hängt vom Umfang ab. Eine eigene zur Prüfung befähigte Person braucht nach TRBS 1203 eine elektrotechnische Berufsausbildung, praktische Berufserfahrung, zeitnahe Prüfpraxis und aktuelle Fachkenntnisse, etwa durch Schulungen; dazu kommen Prüfgerät und Arbeitszeit. Bei wenigen Geräten stehen diese festen Kosten wenigen Prüfungen gegenüber, bei einem großen Bestand verteilen sie sich.
Anforderungen nach TRBS 1203Gibt es kostenlose Software für die DGUV-V3-Dokumentation?
Es gibt kostenlose Vorlagen, zum Beispiel unsere DGUV-V3-Prüfprotokoll-Vorlage als Excel-Datei auf dieser Seite. Fristen, Erinnerungen und Auswertungen pflegen Sie darin von Hand. ElektroPrüfManager ist eine kostenpflichtige Software; die Tarife stehen auf der Preisseite, eine Demo können Sie kostenlos anfordern.
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